Erweiterung der Feuerhalle Simmering

Krematorium Wien: Baubeginn für Erweiterung

Zubau für zusätzliche Verbrennungskapazitäten und einen neuen Verabschiedungsraum

Die Stadt Wien kümmert sich, von der Geburt bis zur Bahre, um die Daseinsvorsorge der Wienerinnen und Wiener. Beim letzten Weg eines Menschen muss alles reibungslos funktionieren, denn gerade ein würdiger Abschied des geliebten Menschen ist für die Trauernden sehr wichtig. Die Stadt Wien hilft auch in den schwierigsten Situationen und investiert, um für die künftigen Herausforderungen gerüstet zu sein, denn Feuerbestattungen liegen im Trend.

So liegt der Anteil bei den Feuerbestattungen in den westlichen Bundesländern bzw. in deutschen Städten teilweise schon über 90 Prozent. In Wien liegt der Anteil mit knapp über 30 Prozent noch um einiges niedriger. In letzten Jahren ist auch in Wien der Feuerbestattungsanteil deutlich gestiegen, zuletzt von 2015 bis 2019 um 5 Prozent. Um für diese anhaltende Entwicklung für die nächsten Jahrzehnte gerüstet zu sein, wird bis Ende 2022 das Krematorium in Wien-Simmering erweitert.

Stadtrat Peter Hanke, Bezirksvorsteher Thomas Steinhart, Wiener Stadtwerke -  Geschäftsführer Peter Weinelt und Bestattung und Friedhöfe Wien - Geschäftsführer Markus Pinter ließen es sich nicht nehmen, mit dem heute gesetzten Spatenstich den Start für die Erweiterung einzuleiten.

„Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt. Da gehört das tägliche Leben aber eben auch der letzte Weg jedes Menschen und die Bestattung dazu. Auch Wien passt sich den Anforderungen und Wünschen der Wienerinnen und Wiener in diesem, sehr emotionalen, Bereich laufend an. Wir investieren in alle Bereiche der Daseinsvorsorge, um auch künftig jenen Abschied zu ermöglichen, den man sich wünscht. Mit dem Spatenstich für die Erweiterung des Krematorium Wien beginnt eine neue Ära für die Feuerbestattung in Wien. Modernste Kremationstechnik und eine neue, helle, angenehm temperierte Verabschiedungshalle werden in einem architektonisch ansprechenden Erweiterungsbau, der hervorragend den denkmalgeschützten Bestand ergänzt, umgesetzt“, sagt Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke.

Die Anforderungen für den Erweiterungsbau wurden klar formuliert: Kriterien der Funktionalität, Ökologie und Wirtschaftlichkeit sind jedenfalls zu erfüllen, besondere Bedeutung hat in Verbindung mit dem Holzmeisterbau, dem bedeutendsten expressionistischen Bauwerk Österreichs aber die städtebauliche und architektonische Qualität. Dem wurde durch eine fundierte Machbarkeitsuntersuchung, die enge Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und einen EU-weiten Architekturwettbewerb Rechnung getragen, der im Herbst 2019 mit der Architektenkammer abgestimmt und ausgelobt wurde.

Die Architektur der Erweiterung

Das Design der projektCC zt gmbh für die Erweiterung des Krematoriums zeigt ein eigenständiges Objekt, das sich in angemessenem Abstand zum Bestandsgebäude der Silhouette des Holzmeister-Baus unterordnet, aber die erforderlichen Funktionen in einem selbstbewussten, kompakten und doch gegliederten Volumen platziert, dar. Die klare Organisation der Raumschichten in der Folge von Hof, Foyer, innenliegendem Portal, dem Verabschiedungsraum und den dahinterliegenden Funktionsräumen ist räumlich wie konstruktiv konsequent. Der Bezug zur Natur aus dem Verabschiedungsraum ist gut inszeniert, die Verbindung von Bestand und Neubau stringent gelöst.

Modernste Ausstattung und Kapazitätserweiterung

Die Kapazitäten des Krematoriums Wien werden durch den Zubau erheblich erweitert. So wird ein neuer Kühlraum und ein neuer Kremationsofen installiert, zudem wird Angehörigen künftig ein mit modernster Technik ausgestatteter Verabschiedungsraum für Trauerfeiern zur Verfügung stehen, der auch großzügige Ausblicke in den umgebenden Grünraum ermöglicht.  

Die Erschließung für Besucher von Trauerfeiern erfolgt über den bisherigen zentralen Eingang mittels eines außenliegenden, hellen Zugangs, der sich in einen stimmungsvollen Versammlungsbereich öffnet.

Neben der traditionellen Verabschiedung ist es zukünftig möglich, bei einer „Verabschiedung ins Feuer“ auch bei der Einfuhr des Sargs in den Ofen anwesend zu sein.

„Die Erweiterung des Krematoriums wird die zentrale Örtlichkeit für Feuerbestattungen in Wien enorm aufwerten sowie für die nächsten Jahrzehnte ausreichend Kapazitäten sicherstellen – und dabei höchsten Umweltstandards entsprechen“, freut sich Dr. Markus Pinter, Geschäftsführer der Bestattung und Friedhöfe Wien beim Spatenstich.

Die Fertigstellung der Bauarbeiten sind rechtzeitig zum 100jährigen Jubiläum des Krematorium Wien Ende 2022 geplant.